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Metamorphosen
Metamorphosen_0382
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Luzerner Theater
Premiere 12.4.2008

Tanztheater  von Verena Weiss


 

Choreografie:  Verena Weiss
Komponist:  Horward Arman
Bühnenbild:  Hans-Martin Scholder
Kostüme:  Hans-Martin Scholder
Licht:  David Hedinger
 

 

Die vom römischen Dichter Ovid im Jahre 8 n. Chr. veröffentlichten «Metamorphosen» bilden eine Weltchronik, angefangen vom Ursprung allen Lebens über die griechischen Götter- und Heldensagen bis hin zur realen Gegenwart des Autors. Das zentrale Motiv, das alle in den «Metamorphosen» versammelten Geschichten bindet, ist das Phänomen der permanenten Verwandlung. Ovid geht sehr spielerisch und humorvoll mit seinem Thema um, so sind die Handlungsfäden lediglich durch Personen, Umstände oder Schauplätze locker miteinander verknüpft. Ein weiteres zentrales Motiv in Ovids Werk bildet die Liebe, die unter Göttern und Menschen stets als irrationale, alles verändernde Kraft im Leben erscheint. Eines jedoch bleibt bei aller permanenten Wandlung konstant: die Psyche des Menschen. Diese unveränderte Psyche, die in ihr enthaltenen menschlichen Laster und Leidenschaften im Wandel der Zeit präsentiert Ovid als heiteres Spiel mit allem und jedem. Gerade der humorvolle Blick des Dichters fürs Menschlich-Allzumenschliche ist ein wesentlicher Grund dafür, dass «Meta-
morphosen» auch nach 2000 Jahren ein Werk von erfrischender Aktualität geblieben ist.

Auf spielerische Weise nähert sich die Choreografin Verena Weiss den Veränderungen und den Konstanten im menschlichen Leben. Dabei wird das Spannungsfeld, in dem sich der Mensch zwischen der permanenten Verwandlung sowie der Verlässlichkeit seiner eigenen Seele bewegt, choreografisch ausgelotet. Musikalisch begleitet wird das Tanzstück vom Barockensemble des Luzerner Sinfonieorchesters unter der Leitung von Howard Arman. Die Musik des Barock, die auf der einen Seite Lebensfreude und Lust zum Ausdruck bringt, auf der anderen Seite formal strengen Regeln folgt, spiegelt das Grundthema von Ovids «Metamorphosen» wieder. Auch wählten viele Komponisten des Barockzeitalters Stoffe aus der antiken Mythologie und schufen damit Werke, die als Ballette aufgeführt wurden.