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My Fair Lady
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Luzerner Theater

Premiere 31.10.2012

Musical

in zwei Akten von Frederick Loewe

 

 

Inszenierung:  Ansgar Weigner
Musik:  Florian Pestell
Kostüme
und Bühne: 
 Duncan Hayler
Choreografie:  Luches Huddleston Jr.
Licht:
 David Hedinger



MY FAIR LADY


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Eliza Doolittle, ein armes und einfaches Blumenmädchen, gerät per Zufall zum Gegenstand männlichen Imponiergehabes: Der renommierte Sprachforscher Henry Higgins wettet mit seinem Kollegen Oberst Pickering, die Unbekannte trotz aller Vulgarität nach nur sechs Monaten Unterricht beim nächsten Diplomatenball erfolgreich als Herzogin ausgeben zu können. Doch der Weg dahin ist schwerer als gedacht – für alle Beteiligten …

Der Autor Alan Jay Lerner blieb dem roten Faden der Vorlage von George Bernhard Shaw– die wechselseitige Abhängigkeit von Schöpfer und Geschöpf – konsequent treu, bereicherte die Handlung aber mit ebenso zahlreichen wie bunten Nebenhandlungen, die auch den Einsatz von Chor und Tanz ermöglichen.

Daneben sorgte er für brillante Dialoge und geistreiche Liedtexte, die der Komponist Frederick Loewe kongenial mit schmissiger, oft von Tanzrhythmen oder charakteristischen Gesten geprägter Musik vertonte.


REGISSEUR ANSGAR WEIGNER IM GESPRÄCH MIT CHRISTIAN KIPPER

Die Geschichte von «My Fair Lady» ist wesentlich an die gesellschaftliche Situation – die klare Unterscheidung der sozialen Schichten, unabhängig vom finanziellen Hintergrund – in England vor dem Ersten Weltkrieg geknüpft. Wie geht man bei einer Inszenierung von heute damit um?
Das beste Beispiel für die damaligen Verhältnisse, die auf einer klaren Unterscheidung der sozialen Schichten beruhen, ist der Untergang der Titanic. Die Überlebenschancen waren je nach Klassenzugehörigkeit unterschiedlich hoch. Allerdings gibt es gesellschaftliche Abstufungen heute noch genauso wie damals. Von daher sehe ich keine Verpflichtung, das Stück in seiner Entstehungszeit spielen zu lassen. Ähnlich verhält es sich mit dem Sprachidiom: Das Stück kann jederzeit und an jedem Ort der Erde spielen, an denen sich eine Gesellschaft über Sprache und ein soziales Gefälle definiert.

Auf welchen Aspekt fokussiert die Inszenierung?
Das Stück geht zurück auf ein Urphänomen der menschlichen Psyche: den sogenannten Pygmalion Effekt. Besser bekannt unter dem Begriff: Narzissmus. Higgins ist ein hochintelligenter Forscher-Typ, der seine Umwelt ausschliesslich über den Verstand, die Logik und das Wort erfasst und begreift. Eindeutig zu kurz kommen dabei seine Emotionen. Er gestaltet alles nach seinem Willen ohne Rücksicht auf die Befindlichkeiten der Betroffenen – im konkreten Fall: Eliza. Wie Pygmalion formt er aus ihr eine lebende Statue und projiziert alles in sie hinein, was er selbst liebt und schätzt. Das ist einerseits komisch, führt aber auch zum tragischen Scheitern einer Beziehung zwischen zwei Menschen, die nicht auf Augenhöhe miteinander kommunizieren.

Im Gegensatz zur Schauspielversion endet das Musical «My Fair Lady» mit einem Happy End. Wie glaubwürdig ist das?
Das Theaterstück hat ein offenes Ende, man weiss nicht, ob Higgins und Eliza zusammenbleiben werden oder nicht. Da dieser Schluss als unbefriedigend empfunden wurde, schrieb Shaw eine zweite Auflösung als Anhang, wonach Eliza Freddy heiratet und weiterhin von Pickering und Higgins unterstützt wird. Dennoch ist Freddy weder im Schauspiel noch im Musical eine wirkliche Alternative zu Higgins. Er bleibt in beiden Fassungen auf die Rolle des jugendlich-schwärmerischen Liebhabers beschränkt, dem eine wirkliche menschliche Grösse leider fehlt. Im Musical hingegen sehen wir eine Eliza, die zurückkehrt, Higgins die Pantoffel bringt und stillschweigend hinnimmt, dass sie sich fügen muss – auch ein eher schwaches Happy End. Ein für mich wirklich glücklicher Ausgang wäre eine Situation, in der sich beide mit Respekt begegnen. Nur das kann auf Dauer funktionieren.

«My Fair Lady» ist in Luzern eine Dreispartenproduktion. welche Rolle spielen Tanz, Gesang und Schauspiel in der Inszenierung?
Alle drei Sparten des Theaters in der knappen Probenzeit zusammenzuführen, ist für alle Beteiligten eine organisatorische und künstlerische Herausforderung. Umso glücklicher bin ich, dass mir mit Luches Huddleston Jr. ein sehr erfahrener und vor allem humorvoller Choreograf zur Seite steht. Mein Ziel wird es sein, die drei Elemente so zu vereinen, dass keine Brüche entstehen. Jede Sparte muss ihr eigenes Gewicht bekommen. Auf diese Aufgabe freue ich mich besonders!