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La Bohème
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Luzerner Theater

Premiere 27.2.2015

Oper 

in vier Bildern von Giacomo Puccini, Texte von Giuseppe Giacosa und Luigi Illica, nach Henri Murger

 

 

Inszenierung:  Achim Thorwald
Dirigent:  Boris Schäfer

Bühne & 
Kostum:

 Christian Floeren

Licht:  David Hedinger

La Bohème

Eine Künstlerexistenz gilt als chic – vor allem unter Jugendlichen. Die anfänglichen Entbehrungen werden dabei gerne als antibürgerliches Understatement verbucht, zumal sie sich mit der Hoffnung auf späterenRuhm kompensieren lassen. Die Wirklichkeit indes sieht anders aus. Mit seinen seit 1845 als Fortset- zungsgeschichte erschienenen «Scènes de la vie de Bohème» gab Henri Murger einen realistischen Einblick in das Intellektuellenmilieu seiner Zeit. Das ernüchternde Fazit: Die Entscheidung für die Kuns hat einen hohen Preis. 
Vier Künstler leben in ungeheizten Mansardenzimmern ihre Kreativität aus. Obwohl sie kaum wissen, wie sie über die Runden kommen sollen, nehmen sie ihre Armut mit Humor und Gelassenheit. Dann kommt die Liebe. Rodolfo findet Mimì,Marcello versöhnt sich mit Musetta. Alle geniessen am Heiligen Abend ihr Glück. Der Alltag jedoch fordert unerbittlich seinen Tribut: So zerbricht nicht nur die Liebe, sondern auch das Leben selbst an dem begrenzten Handlungsspielraum, den die Bohème bietet.

Die Librettisten spitzten für die Vertonung einige ausgewählte Szenen aus dem Roman zu dramatischen Momenten zu, die Glück und Elend der Bohème schlagkräftig illustrieren. Dabei verzichteten sie einerseitauf einen grundsätzlichen Konflikt, andererseits orientierten sie sich entgegen der Tradition an einer italienischen Alltagssprache, die sich absichtsvoll in pittoresken Details verliert. 1896 schrieb Giacomo Puccini dazu eine Komposition, die das Erleben der jungen Leute auf einfühlsam-anrührene Weise nachvollziehbar macht, die Witz und Pathos raffiniert miteinander kontrastiert und auch das jeweilige Ambiente gekonnt in Musik fasst. Nach anfänglicher Kritik trat diese Musiktragödie über das armselige Dasein von Künstlern schon bald ihren Siegeszug um die Welt an - und füllte damit wenigstens die Taschen ihres Schöpfers.