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Prometeo
Prometeo 01
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Luzerner Theater

Premiere 9.9.2016

Tragödie 

des Hörens von Luigi Nono, Libretto von Massimo Cacciari

 

 

Inszenierung:  Benedikt von Peter
Dirigent:  Clemens Heil

Bühne:

 Natascha von Steiger

Kostüm:

 Andrea Pillen
 Ulrike Schneider

Licht:  David Hedinger

  

PROMETEO

Der Komponist Luigi Nono nennt sein 1984 uraufgeführtes Werk «Eine Tragödie des Hörens». Es wird ein Klangraum geschaffen, in dem sich das Publikum befindet. Nono geht es in seiner Komposition um den Akt des Zuhörens, er möchte «das Ohr aufwecken, die Augen, das menschliche Denken».

Neben vier Orchestergruppen, fünf Sängerinnen und Instrumentalsolisten gibt es ein weiteres «bestimmendes» Element: die Live-Elektronik. Sie nimmt die Töne ab, mischt und formt sie, schickt sie durch den Raum und platziert sie in ihm. Nono wollte nicht, dass die Musik von «Prometeo» bebildert wird. Der Klang und der Raum und ihr Zusammenspiel sind die bestimmenden Elemente.

 

Die Komposition handelt zwar von Prometheus, der aber nicht als Figur, sondern als Prinzip vertreten ist. Nono setzt dem Vorwärtsstreben, der Fortschrittsgläubigkeit desjenigen, der in der Mythologie den Menschen das Feuer bringt, das Langsame, Leise, das Unspektakuläre entgegen.

Nono und sein Librettist Cacciari benutzen Texte von u.a. Aischylos, Rilke oder Benjamin, die jedoch nur fragmentiert und in verschiedenen Sprachen präsentiert werden. Man soll sie nicht verstehen, sondern ihr Inhalt bildet den Hintergrund für etwas, was wir erahnen, erspüren mögen.

Sie umkreisen auf höchst abstrakte, dichterische Weise Fragen wie: Wie autonom ist der Mensch? Oder aus der Sicht der Antike formuliert: Wie ist das Verhältnis von den Götter und den Menschen. Was ist Bestimmung, was Schicksal, haben wir aus der Geschichte gelernt, gibt es im 20. Jahrhundert noch Utopien oder leben wir in einer Zeit, in der die Hoffnung auf Veränderung erloschen ist.