Google Translate :

German English
Falstaff
Falstaff 04
... zur Bildergalerie

Luzerner Theater

Premiere 27.1.2018

Oper 

von Giuseppe Verdi, Libretto von Arrigo Boito

 

 Inszenierung:  Benedikt von Peter
 Musik:  Clemens Heil

 Bühne:

 Natascha von Steiger

 Kostüm:

 Ulrike Scheiderer 

 Licht:  David Hedinger

 

Falstaff

 

Versoffen, lüstern, überbordend egozentrisch und in seiner Grandio­sität doch zutiefst einsam: Falstaff pfeift auf Konvention und Kater, ist Störenfried, ein subversives Element in der engen, kleinbürgerlichen Welt von Windsor. Nein, das darf nicht sein: sofort domestizieren! Denn in Windsor soll Ordnung herrschen, Anstand muss gewahrt sein, Töchter wollen standesgemäss verheiratet werden. Panik, Hektik, Atemlosigkeit! Schnelle Tempi, kurze Motive, Melodiefetzen, attacca! Die Gesellschaft beobachtet jedoch Falstaff genau und hegt eine klammheimliche Freude über das Ungeschick dieses Ritters von trauriger Gestalt, der es verpasst, die angebeteten (und verheirateten) Damen Alice Ford und Meg Page individuell zum Rendezvous zu bitten. Er schickt ihnen gleichlautende Briefe. Ein Fauxpas, der ihn erst in einem Wäschekorb landen lässt, dann in der Themse, später im Wald, wo sich Waldelfen und Geister herumtreiben und sich Liebes­ paare finden, die sich eigentlich nicht finden sollten.
Am Ende stimmt Verdis letzte grosse Opernfigur die Fuge an, die das Stück beendet: «Tutto nel mondo è burla», die ganze Welt ist Spass, alles eine grosse Farce. Der knapp 80-­jährige Komponist schreibt einen Abgesang auf das Leben: Die Konflikte, die Fehden sind ver­gessen, die Streitlust vergangener Jahre ist einem milden, resignativen Lächeln gewichen.

Elisabeth I. sah Shakespeares «Heinrich IV» und verliebte sich in die Nebenfigur des dicken Ritters Sir John Falstaff und wünschte ihn sich als Hauptfigur, so heisst es. Shakespeare gehorchte und schrieb eines seiner schwächeren Dramen, «Die lustigen Weiber von Windsor», das allerdings auf der Opernbühne in Vertonungen von Nicolai und Verdi reüssierte.